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17. April 2019 – 17:00 |

Nachdem Sanierung und Verkauf der historischen Strandvillen in Deutschlands erstem Seebad mit großen Schritten vorankommen, wird Heiligendamm jetzt um einen kulinarischen Leuchtturm reicher: Pünktlich um zwölf Uhr mittags eröffnet Gründonnerstag das neue MEDINIS, das mit klassischer italienischer Küche auf höchstem Niveau aufwartet.

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Bad Doberan zementiert Stillstand in Heiligendamm

Gepostet von am 28. Januar 2014 – 21:0014 Kommentare

Das neue Jahr beginnt so, wie das alte endete: Die Doberaner Politiker zementieren den Stillstand in Heiligendamm. Jetzt wollen sie den Grundlagenvertrag kündigen, die zentrale Voraussetzung für die gesamte Entwicklung des ersten deutschen Seebades. Folge: Heiligendamm kommt nicht voran, und der Stadt droht Schadensersatz in zweistelliger Millionenhöhe.

In ganz Deutschland sind die „Doberaner Verhältnisse“ bekannt. Sie bedeuten stets neue Scherben, angerichtet von einer knappen Mehrheit der Stadtvertreter. So geschehen wieder am gestrigen Abend, als die Stadtvertreterversammlung (SVV) beschloss zu überprüfen, ob die Basis für die Gesamtentwicklung Heiligendamms – der sogenannte Grundlagenvertrag mit der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) – gekündigt werden kann.

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Die Bad Doberaner Politiker möchten den Grundlagenvertrag kündigen, der zentrale Voraussetzung für die gesamte Entwicklung Heiligendamms ist. Foto: Gert Möbius, ECH

„Die Stadt hat durch die zahlreichen Blockaden der letzten Jahre bereits viel Vertrauen bei all denen verspielt, die durch ihr Geld erst eine Entwicklung in Heiligendamm ermöglichen. Statt Vertrauen wiederherzustellen, setzt das kleine Grüppchen der Anti-Heiligendamm-Politiker jetzt noch eins drauf. Alle, die in Heiligendamm investieren wollten, können nur noch mit dem Kopf schütteln“, so Anno August Jagdfeld. Der Chef der ECH fordert „endlich eine Koalition der Vernunft aus Verantwortlichen von Stadt, Region und Land, die Heiligendamm nicht länger dem Gespött der Leute preisgibt. Der Schaden für Bad Doberan und das gesamte Land wird von Tag zu Tag größer.“

Die Vorgehensweise der Strippenzieher der Anti-Heiligendamm-Politiker ist dabei zynisch wie perfide: Erst hindern sie die ECH daran, den Ort weiterzuentwickeln. Dann behaupten sie, die ECH würde nichts tun und drohen mit Konsequenzen. Nur zwei Beispiele aus jüngster Zeit:

  • Fast eineinhalb Jahre hat die Stadt für einen Verwaltungsvorgang gebraucht, der üblicherweise in wenigen Wochen erledigt ist. Es ging um vermeintliche Vorkaufsrechte der Stadt. Doch solange die Stadt nicht ihr Okay gab, durfte die ECH nicht weitermachen.
  • Als das Okay endlich kam, vergingen aber nur wenige Wochen, bis auf Betreiben der Stadt eine neuerliche Hürde aufgestellt wurde: Die Baugenehmigungen für die Sanierung der Perlenkette wurden entzogen. Klar rechtswidrig, wie das Verwaltungsgericht im Dezember sehr deutlich geurteilt hat. Ob Landkreis und Stadt ihre Niederlage akzeptieren, ist indes noch offen: Man behält sich vor, Rechtsmittel einzulegen. Geschieht dies, vergeht schnell wieder ein Jahr, indem die ECH nicht bauen darf.

Die ECH sieht der Überprüfung des Grundlagenvertrages zwar gelassen entgegen, weil die Behauptungen ihrer Befürworter nicht haltbar sind. Doch sollte auch dieser Keil weitergetrieben werden, so muss sich die Stadt darüber im Klaren sein, dass sie sich schadensersatzpflichtig macht – und zwar in zweistelliger Millionenhöhe. Der Image-Schaden für Heiligendamm könnte schon jetzt größer nicht sein.

Vor diesem Hintergrund ist der richtige Appell des neuen SVV-Vorstehers auf dem Neujahrsempfang, es müsse ein neues Klima des Zusammen- statt des Gegeneinanderarbeitens geben, offenkundig bei einigen Stadtvertretern wirkungslos verhallt. Leider ist es vielmehr so, wie es ein Politiker gestern Abend auf den Punkt brachte: „Wir machen uns zur Lachnummer.“

ECH-Chef Anno August Jagdfeld wiederholt daher nochmals deutlich: „Wir appellieren an alle Verantwortlichen in Stadt, Landkreis und Land, 2014 nicht zu einem neuerlich verlorenen Jahr für Heiligendamm werden zu lassen. Außer uns hat niemand so viel für den Ort getan. Daran wollen wir anknüpfen und endlich weitermachen. Das neue Jahr muss für einen echten und konstruktiven Neuanfang genutzt werden, der den Stillstand beendet und wieder ein positives Investitionsklima wie in vielen anderen Nachbargemeinden schafft. Wir stehen dafür bereit.“

14 Kommentare »

  • Klingler sagt:

    Die Beschlüsse der Stadtvertreter zeigen deutlich auf, das weder die bereits geschlossenen Verträge mit der Stadt inhaltlich bekannt sind noch das das grundlegende Verständnis für die Voraussetzungen einer gedeihlichen Projektentwicklung vorhanden ist.
    Die Beschlüsse der SVV scheinen von ungenauen Vorstellungen und Wünschen motiviert zu sein , die durch wenige Protagonisten vorgetragen werden.
    Offen bleibt dabei, welche differenzierten und realistischen neuen Ziele für die Entwicklung von HD nun angestrebt werden und welche Voraussetzungen für deren Realisierung erforderlich und vorhanden sind.
    Es ist davon auszugehen das solange das Interessen einer potenten Klientel bezogen auf das geplante Umfeld und ihre Nutzung in HD ignoriert wird und die Verlässlichkeit in die Kooperation mit der Politik fehlt, die Möglichkeit die historische Substanz aufwendig und kostenträchtig zu sanieren nur Wunschtraum bleibt.

  • Hermann sagt:

    ich schäme mich als bad doberaner für unsere politiker. das kann doch nicht wahr sein!

  • M. Rose sagt:

    Warum nennen Sie den Strippenzieher nicht beim Namen? Jeder weiß, dass Guido Lex Heiligendamm zerstören will!! Und die anderen Politiker laufen ihm wie die Lemminge hinterher. Wenn Lex am Ende „Erfolg“ haben sollte, dann ist der Ort ruiniert und sieht bald wieder so aus wie zu DDR-Zeiten! Nur das dann alle historischen Häuser nicht mehr zu retten sind. Wer rettet uns doberaner vor diesen wildgewordenen Feierabend-Politikern???

  • Katharina S. (Rostock) sagt:

    Eine Schande für den Standort Deutschland. Rechtssicherheit gehört doch zu unseren Schlüsselfaktoren. Absoluter Dilettantismus. Liebe Lokal Politiker: Der Sozialismus ist vorbei. Das sollte auch endlich mal bei Ihnen ankommen!!!

  • Steckel sagt:

    Schade, daß durch unfähige Politiker ein Traditionshaus kaputt gemacht wird.

    Planwirtschaft vom allerfeinsten !

    Es ist erschreckend zu sehen, in was für einer Welt manche Politiker leben…

  • Wirtz Ulrike sagt:

    Das ist ein Stück aus dem Tollhaus, das die Doberaner Politiker da aufführen. Und sie tun das leider schon seit viel zu vielen Jahren. Der traurige Höhepunkt eines jeden Aktes ist, wenn sie auf Jagdfeld mit dem Finger zeigen und gemeinsam rufen: „Haltet den Dieb!“ Sie vergessen dabei, dass dabei vier Finger auf sie selbst zeigen. Die Politiker machen es sich sehr einfach: sie machen Jagdfeld zum willkommenen Sündenbock, der für den Stillstand und alles andere herhalten muss – mitsamt der Fehler der Politik.
    Es passt aber auch prima – der böse Investor aus dem Westen. Und mit dem Finger auf andere zeigen, so lässt es sich leichter durchs Leben gehen. Man kann sich im Rathaus gemeinsam empören und ist innerlich befriedigt – nach dem Motto: „Dem haben wir´s jetzt aber mal gezeigt!“ – Und was bringt´s? Nichts! Die schönen alten Häuser verfallen weiter, bis sie nicht mehr zu retten sind. Wollen das diese Politiker vielleicht sogar klammheimlich? Doch selbst wenn Doberan die ECH komplett lahmlegt, so bleibt Jagdfeld sein Eigentum in Heiligendamm. Dann lässt er es vielleicht einfach liegen und wartet, bis die Politik eines Tages wieder zur Vernunft kommt. Haben die Politiker schon mal dran gedacht? Dann können sie nämlich machen, was sie wollen – dann passiert tatsächlich gar nichts mehr, wahrscheinlich über viele Jahre. Ist das verantwortliche Politik zum Wohle der Gemeinde?
    Einfach schade, dass Heiligendamm nicht zu Kühlungsborn gehört. Dann wäre das Seebad sicher längst fertig!

  • Ch. Fründt sagt:

    Die Geduld von Herrn Jagdfeld ist bewundernswert und auf der anderen Seite unverständlich. Warum lässt er sich das alles bieten? Der Grundlagenvertrag zwischen seinem Unternehmen und der Stadt ist schon lange keine Grundlage mehr. Dabei hat in Heiligendamm nur er mit seinem Team etwas bewegt wie Kurpark, Steg am Strand und dazu das marode Gebäudeensemble wunderschön saniert. Die Stadtvertretung hätte alles daran gesetzt müssen, dass auch die restlichen Gebäude, z.B. Perlenkette, längst fertig sind. Wenn sich der Immobilienmarkt dreht und eine neue Planung erforderlich macht, dann sollte zügig geprüft, nach Lösungen gesucht und das Vorhaben genehmigt werden. Der Investor hätte dann beweisen müssen, ob er es hinbekommt. Wenn jedoch nicht, dann und nur dann gäbe es berechtigte Zweifel an seinem Willen und Können.

    So war es aber nicht. Der Beitrag der Stadt in Sachen Grundlagenvertrag bestand in Verzögerung und Behinderung, bis zum unberechtigten Entzug der Baugenehmigung. Zusammenarbeit zur Entwicklung eines exklusiven Seebades sieht anders aus. Eine vertane Chance für Bad Doberan und Abschreckung weiterer Investoren. Das ist nicht zu begreifen, denn angeblich fehlt in Bad Doberans Kasse das Geld für Tourismuswerbung und dringend notwendige Investitionen wie Einsatzfahrzeug der Feuerwehr, Treppe am Buchenberg etc.

    Der wirtschaftliche Schaden für die Stadt durch eine gewisse Gruppe von Stadtvertretern ist enorm. Wir Bad Doberaner hatten kürzlich die Möglichkeit, diese Leute abzuwählen. Nichts dergleichen. Wie stark machen sich aber die anderen Stadtvertreter, um Schäden abzuwehren? Wo versteckt sich die Vielzahl der fortschrittlichen Bad Doberaner Bürger, statt sich zusammen zu schließen? Sie sehen alle nur zu. Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.

    Der zweite Verlierer dieser Politik ist der Investor, Herr Jagdfeld. Er muss sich wehren, denn es hört nicht auf! Worauf nimmt er jetzt noch Rücksicht? Es wird gewaltig teuer für die Stadt. Hat sie es anders verdient?

  • Werger sagt:

    Es tut mir fast leid für die Investoren. Die werden doch regelrecht vorgeführt. Andere Gemeinden würden die Pläne und das Geld mit Handkuss nehmen. Was läuft denn da schief bei Euch in Bad Doberan? Ich würde anregen, dass sich die Landesregierung einschaltet. Da scheint mehr dahinter zu stecken. Alte SED Seilschaften? Sollte mal jemand nachprüfen!

  • Belzen sagt:

    Traurig, traurig. Man fragt sich, wie lange die ewige Blockadepolitik, die niemandem etwas bringt, noch fortgesetzt werden soll. Dieser Stillstand besteht nun schon so lange, Heiligendamm hat so viel Potential, das dadurch einfach nicht genutzt werden kann. Das ist nicht nur für die Menschen vor Ort, sondern auch für alle, die das Seebad von schönen Besuchen kennen, schade. Ich kann mich den vorherigen Kommentatoren nur anschließen!!!!!! Peinlich.

  • Kaj Brabänder / NRW sagt:

    Die verantwortlichen Doberaner Politiker wollen sich offenbar in einer Reihe der bekannten „öffentlichen Geldverbrennner“ a la Flughafen Berlin-Brandenburg, Elb-Philharmonie, Hamburg und Stuttgart 21 wiederfinden. Ganz schön keck!

    Als Steuerzahler bete ich das es ihnen nicht gelingt.

    Ansonsten: Gute Nacht schönes Heiligendamm wünscht aus dem regnerischen Ascheberg in NRW Kaj Werner Brabänder

  • C. Wendt sagt:

    Ist das alles wahr oder Satire? Ich kann es nicht glauben. Politiker machen eine Menge Mist, aber das kann ich jetzt gar nicht fassen. Gibt es irgendwo Begründungen für dieses mir völlig unverständliche Verhalten zu lesen?

  • S. Bauer sagt:

    Ich frage mich vor allem, wer denn den ganzen Schaden zahlen soll, den die Stadtvertreter da wieder mal anrichten? Die Stadt ist jedenfalls pleite, und im Dezember haben sie ja auch schon gegen Jagdfeld vor Gericht verloren. Es ist schlimm, dass die anderen Politiker einem Einzelnen so blind und bedingungslos folgen. Mit jeder neuen Baustelle, die aufgemacht wird, wird die Stadt in Millionenrisiken getrieben. und geht wieder kostbare Zeit für die Sanierung Heiligendamms verloren. Warum setzt diesem Treiben niemand ein Ende? Wo und vor allem wann kommen Bürgermeister und Abgeordnete endlich ihrer politischen Verantwortung nach? Ein solches Gebaren jedenfalls, führt Bad Doberan in den sicheren Ruin.

  • Günther Köster sagt:

    Die Bad Doberaner, ich denke es sind vor allem einige rückwärts gewandte Lokalpolitiker, können sich ja Herrn Janukowitsch in der Ukraine anschließen. Der sucht noch Unterstützer.
    Meine Meinung ist: so wie es zur Zeit in Doberan zu beobachten ist wird das nie was mit attraktiven, zukunftsorientierten Arbeitsplätzen dort oben an der Küste. Den Schaden haben, wie immer, die Bürger. Nicht die Politiker.
    Schade. Heiligendamm ist eigentlich total schön (war 3 x da). Jetzt warte ich erst einmal ab.
    Viel Glück geschundenes Heiligendamm (vielleicht komme ich ja mal wieder wenn Eure Politiker Vernunft angenommen haben)sagt aus Münster
    Günther Köster

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