Heiligendamm-Fotograf Beckmann: Zeugnisse aus der Glanzzeit des Seebades

Die voll besetzte Kurhausterrasse, Urlauber mit Eselskarren im heutigen Kurwald oder parkende Autos vor dem Haus Mecklenburg – der „Hoffotograf“ Benjamin Beckmann hielt im 19. Jahrhundert das gesellschaftliche Leben im Seebad Heiligendamm fest. Vor einigen Jahren hat die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) begonnen, mit aufwändigen Originalkontaktkopien von den historischen Negativen der Beckmann-Fotos ein entsprechendes Archiv nach Themenbereichen in Heiligendamm zu erstellen.

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Die voll besetzte Kurhausterrasse, Urlauber mit Eselskarren im heutigen Kurwald oder parkende Autos vor dem Haus Mecklenburg – der „Hoffotograf“ Benjamin Beckmann hielt im 19. Jahrhundert das gesellschaftliche Leben im Seebad Heiligendamm fest. Vor einigen Jahren hat die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) begonnen, mit aufwändigen Originalkontaktkopien von den historischen Negativen der Beckmann-Fotos ein entsprechendes Archiv nach Themenbereichen in Heiligendamm zu erstellen.

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Aus dem Glaser Benjamin Beckmann wurde ein gefragter Fotograf.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ließ sich der Glasermeister Benjamin Beckmann aus Schwerin in Doberan nieder. Als die Glasplatten-Fotografie Verbreitung fand, wurde aus dem geschäftstüchtigen Glaser kurzerhand ein Fotograf. In seinem Atelier in der heutigen Goethestrasse entstanden vor allem Familienfotos und Portraits von angesehenen Persönlichkeiten.

Heiligendamm, das erste Seebad Deutschlands, war inzwischen zum Saisontreffpunkt nicht nur des mecklenburgischen Landadels und der Gutsbesitzer geworden. Auch der internationale Geldadel gab sich dort ein Stelldichein. Ein Publikum also, das sich dem Zeitgeist folgend gern ablichten ließ. In Heiligendamm gab es aber noch keinen Fotografen – eine große Chance für Beckmann.

Am 16. Oktober 1867 verfasste der Bade-Intendant, Kammerherr von Suckow, einen Antrag des Fotografen an den Landesherrn Friedrich-Franz II. „betreffend den beabsichtigten Bau eines Ateliers am Heiligen Damm“. Beckmann hatte Erfolg: Unmittelbar neben den Kolonnaden entstand der Anbau seines Fotoateliers, der noch heute besteht. Fortan hielt Benjamin Beckmann das gesellschaftliche Leben im Seebad fotografisch fest. Schon bald wurde ihm für seine Dienste der Titel des „Hoffotografen“ verliehen.

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Unmittelbar neben den Kolonnaden in Heiligendamm hatte Beckmann sein Fotoatelier.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein hielten die Nachkommen Beckmanns die Tradition aufrecht. Dann kam der Erste Weltkrieg. Es gab keine Badegäste und folglich auch keine Bilder. Erst einige Fotos aus den sogenannten goldenen Zwanzigern lassen wieder den Glanz des Seebades erkennen. Mit dem Faschismus und dem Zweiten Weltkrieg endete jedoch das Wirken der Fotografenfamilie Beckmann in Heiligendamm für immer. Die Vermutung liegt nahe, dass mit dem Einzug der Roten Armee 1945 in Mecklenburg der größte Teil des Beckmann-Archivs vernichtet wurde. Man wollte sicher vermeiden, in den Verdacht des Besitzes „reaktionärer“ Dokumente zu geraten – so war die Zeit.

Heute befindet sich ein Rest des ehemaligen Beckmann-Archivs, etwa 800 Glasplattennegative, gesäubert und wohlklimatisiert in den Lagern der Deutschen Fotothek Dresden. Vor einigen Jahren hat die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) begonnen, mit aufwändigen Originalkontaktkopien von den historischen Negativen der Beckmann-Fotos ein entsprechendes Archiv nach Themenbereichen in Heiligendamm zu erstellen.

Zu dem Bestand der historischen Fotodokumente gehören Landschaftsfotos, die in und um Heiligendamm entstanden. Vor allem die Bilder des Gespensterwaldes sind sehenswert. Gesellschaftliche Atmosphäre vermitteln eine Reihe von Dokumenten aus den 1920er Jahren. Nicht zuletzt sehr reizvoll sind Aufnahmen aus dem alten Bad Doberan. Sie zeigen Häuser, Villen, Geschäftsfassaden – auch oft mit ihren Eigentümern – und Gewerbebetriebe zu Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts.

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