Meine Erinnerungen an Heiligendamm – Teil 2: Erster Preis im Burgenbauen

Harald Uhl kennt Heiligendamm von frühester Kindheit an. Er hat das „alte Heiligendamm“ in den 1920er und 30er Jahren erlebt. Für Zukunft Heiligendamm schildert der in Hamburg lebende 90-Jährige, der weiterhin Stammgast des Grand Hotels ist, einige seiner Erinnerungen. Im zweiten Teil seiner Serie berichtet Uhl über Erlebnisse aus dem Sommer 1927.

Harald Uhl kennt Heiligendamm von frühester Kindheit an. Er hat das „alte Heiligendamm“ in den 1920er und 30er Jahren erlebt. Für Zukunft Heiligendamm schildert der in Hamburg lebende 90-Jährige, der weiterhin Stammgast des Grand Hotels ist, einige seiner Erinnerungen. Im zweiten Teil seiner Serie berichtet Uhl über Erlebnisse aus dem Sommer 1927.

In meiner Erinnerung waren alle Sommerferien, die ich mit der Familie in Heiligendamm in den Jahren 1924 bis 1938 verbracht habe, wunderschön. Viele Ereignisse der frühen Jahre kenne ich nur aus den Erzählungen meiner Eltern. Meine eigene Erinnerung an Heiligendamm setzt ein mit einem ganz besonderen Erlebnis.

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Heimliches Team: Harald Uhl bekam beim Bau der prämierten Burg Hilfe von seinem älteren Bruder. Foto: Archiv Harald Uhl

Im Sommer 1927, ich war vier Jahre alt, war der deutsche Kronprinz zu Gast in Heiligendamm. Für alle kleinen Kinder veranstaltete er einen Wettbewerb: Wer baut die schönste Sandburg? Das war leichter gesagt als getan, denn Sand gab es am Strand von Heiligendamm damals sehr wenig. Unterhalb des breiten massiven Steinstrandes war ein schmaler Sandstreifen aufgeschüttet, der sich Richtung Promenadenende etwas verbreiterte und in dem man herumwühlen und spielen konnte, ohne auf den klobigen Steinen balancieren zu müssen.

Ich wurde von meiner Mutter für den Wettbewerb angemeldet und buddelte munter drauflos. Seinerzeit hatte ich noch keine rechte Vorstellung, wie eine Burg auszusehen hatte, aber da mein Bruder mir unauffällig ein wenig behilflich war, kam ein ansehnliches „Werk“ zustande – und ich wurde stolzer Gewinner des ersten Preises.

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Der Preis für die schönste Burg war ein Wasserball, der Familie Uhl noch einige Jahre bei ihren Sommerurlauben begleitete. Foto: Archiv Harald Uhl

Meine Mutter hatte aus angemessener Entfernung – auf dem Steinstrand thronend – meine „Arbeit“ beobachtet und war unendlich stolz auf ihren Jüngsten. Ich selbst platzte fast vor Stolz, als mir der Kronprinz den Preis überreichte: ein mittelgroßer Wasserball. Mein Bruder und ich spielten die nächsten Tage ausschließlich mit dem Ball am Strand, damit ihn alle sehen konnten! Auch im nächsten Jahr reiste der Ball noch mit uns nach Heiligendamm, dann ging ihm aber langsam die Luft aus, weil er sicherlich zu oft mit spitzen Steinen in Berührung gekommen war.

Meine Erinnerungen an Heiligendamm – Teil 1: Aufregung im Sommer 1924

Meine Erinnerungen an Heiligendamm – Teil 3: Aufregende Tennisturniere

Meine Erinnerungen an Heiligendamm – Teil 4: Hitler und die Nazis stiften Unruhe

Meine Erinnerungen an Heiligendamm – Teil 5: Königlicher Besuch

Meine Erinnerungen an Heiligendamm – Teil 6: Siegerehrung bei der Großherzoglichen Familie

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