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Nachdem Sanierung und Verkauf der historischen Strandvillen in Deutschlands erstem Seebad mit großen Schritten vorankommen, wird Heiligendamm jetzt um einen kulinarischen Leuchtturm reicher: Pünktlich um zwölf Uhr mittags eröffnet Gründonnerstag das neue MEDINIS, das mit klassischer italienischer Küche auf höchstem Niveau aufwartet.

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NDR schaut sich den Bilderschatz von „Hoffotograf“ Benjamin Beckmann an

Gepostet von am 21. August 2015 – 15:00Kein Kommentar

„Hoffotograf“ Benjamin Beckmann hielt im 19. Jahrhundert das gesellschaftliche Leben im Seebad Heiligendamm fest. Vor einigen Jahren hat die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) begonnen, ein Archiv aus dem Nachlass von Beckmann und seinen Nachkommen in Heiligendamm zu erstellen. NDR-Redakteur Moritz Sander hat sich die besonderen Zeitdokumente für einen Beitrag in dem Magazin „DAS!“ zusammen mit Heiligendamm-Experte Prof. Joachim Skerl genauer angeschaut – seinen interessanten Bericht können Sie hier sehen…

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ließ sich der Glasermeister Benjamin Beckmann aus Schwerin in Doberan nieder. Als die Glasplatten-Fotografie Verbreitung fand, wurde aus dem geschäftstüchtigen Glaser kurzerhand ein Fotograf. In seinem Atelier in der heutigen Goethestrasse entstanden vor allem Familienfotos und Portraits von angesehenen Persönlichkeiten.

Zukunft-Heiligendamm-Fotograf-Beckmann

Aus dem Glaser Benjamin Beckmann wurde ein gefragter Fotograf.

Heiligendamm, das erste Seebad Deutschlands, war inzwischen zum Saisontreffpunkt nicht nur des mecklenburgischen Landadels und der Gutsbesitzer geworden. Auch der internationale Geldadel gab sich dort ein Stelldichein. Ein Publikum also, das sich dem Zeitgeist folgend gern ablichten ließ. In Heiligendamm gab es aber noch keinen Fotografen – eine große Chance für Beckmann.

Am 16. Oktober 1867 verfasste der Bade-Intendant, Kammerherr von Suckow, einen Antrag des Fotografen an den Landesherrn Friedrich-Franz II. „betreffend den beabsichtigten Bau eines Ateliers am Heiligen Damm“. Beckmann hatte Erfolg: Unmittelbar neben den Kolonnaden entstand der Anbau seines Fotoateliers, der noch heute besteht. Fortan hielt Benjamin Beckmann das gesellschaftliche Leben im Seebad fotografisch fest. Schon bald wurde ihm für seine Dienste der Titel des „Hoffotografen“ verliehen.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein hielten die Nachkommen Beckmanns die Tradition aufrecht. Dann kam der Erste Weltkrieg. Es gab keine Badegäste und folglich auch keine Bilder. Erst einige Fotos aus den sogenannten goldenen Zwanzigern lassen wieder den Glanz des Seebades erkennen. Mit dem Faschismus und dem Zweiten Weltkrieg endete jedoch das Wirken der Fotografenfamilie Beckmann in Heiligendamm für immer. Die Vermutung liegt nahe, dass mit dem Einzug der Roten Armee 1945 in Mecklenburg der größte Teil des Beckmann-Archivs vernichtet wurde. Man wollte sicher vermeiden, in den Verdacht des Besitzes „reaktionärer“ Dokumente zu geraten – so war die Zeit.

Zukunft-Heiligendamm-Kurhaus-Terrasse-um-1925

Die belebte Kurhausterrasse um 1925.

Heute befindet sich ein Rest des ehemaligen Beckmann-Archivs, etwa 800 Glasplattennegative, gesäubert und wohlklimatisiert in den Lagern der Deutschen Fotothek Dresden. Vor einigen Jahren hat die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) begonnen, mit aufwändigen Originalkontaktkopien von den historischen Negativen der Beckmann-Fotos ein entsprechendes Archiv nach Themenbereichen in Heiligendamm zu erstellen.

Zu dem Bestand der historischen Fotodokumente gehören Landschaftsfotos, die in und um Heiligendamm entstanden. Vor allem die Bilder des Gespensterwaldes sind sehenswert. Gesellschaftliche Atmosphäre vermitteln eine Reihe von Dokumenten aus den 1920er Jahren. Nicht zuletzt sehr reizvoll sind Aufnahmen aus dem alten Bad Doberan. Sie zeigen Häuser, Villen, Geschäftsfassaden – auch oft mit ihren Eigentümern – und Gewerbebetriebe zu Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts.

Rekonstruktion der Villa Perle

Sehr hilfreich waren die erhaltenen Bilder aus dem Beckmann-Nachlass der ECH bei der Rekonstruktion der Villa Perle, die längst wieder im alten Glanz direkt neben dem Grand Hotel Heiligendamm erstrahlt. „Aus der Bauzeit der alten Villa Perle im 19. Jahrhundert waren natürlich keine Architektenpläne überliefert, wie wir sie heute kennen“, erklärt ECH-Sprecher Dr. Christian Plöger. „Daher waren uns die Fotos eine sehr wichtige Stütze, gerade auch bei der Detailarbeit, als es beispielsweise um die originalgetreue Rekonstruktion der schönen Schmuckelemente ging.“

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