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11. Juli 2014 – 13:30 | Ein Kommentar | 

Nachdem das Grand Hotel Heiligendamm unter neuer Führung ebenfalls mit dem Experiment offener Wege gescheitert ist, hat sich jetzt auch das ZDF in der Sendung “drehscheibe” dieser leidigen wie gefährlichen Forderung angenommen. Autorin Sylvia Bleßmann hat sich eigens nach Heiligendamm begeben, um dem Dauerstreit nochmals nachzugehen…

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Landwirtschaft mit gutem Gewissen betreiben

Gepostet von am 9. Januar 2013 – 18:00Ein Kommentar

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat im vergangenen Jahr deutschlandweit wieder mehr als 200 vorbildliche Biohöfe als Demonstrationsbetriebe für den ökologischen Landbau ausgewählt. Das zur ECH von Anno August Jagdfeld gehörende Gut Vorder Bollhagen zählte erneut dazu.

„Unser Konzept steht im krassen Gegensatz zur vorherrschenden Entwicklung in der Landwirtschaft“, sagt Diplom-Agrar-Ingenieur Johannes Lampen, der das Gut Vorder Bollhagen leitet. Für Zukunft Heiligendamm schreibt Lampen, was den ökologischen Landbau in Vorder Bollhagen auszeichnet:

Als Demonstrationsbetrieb zeigen wir Besuchern seit Jahren, wie Ökolandbau in der Praxis funktioniert. Auf dem Gut Vorder Bollhagen haben sich bereits Interessierte aus China, Lateinamerika oder Schweden, Schulkinder aus Bad Doberan, Ökolandwirtschaftsstudenten aus Eberswalde, Gäste mit ihren Kindern aus dem benachbarten Grand Hotel Heiligendamm, Teilnehmer der „Internationalen Bioland-Geflügeltagung“ sowie Praktikanten der Waldorfschule Itzehoe umgeschaut. Sogar ein Auszubildender aus Dortmund/Unna besuchte unseren Betrieb.

Die meisten Besucher treibt zunächst die Neugier zu uns. Manchmal ist es aber auch die verborgene Sehnsucht, einen respektvollen Umgang mit so vielen verschiedenen Nutz- und Haustierarten auf einem Hof zu erleben. Erfreulicherweise sind nicht wenige auf der Suche nach Lösungen für eine Landwirtschaft, die umweltverträglich und ressourcenschonend mit wenig Input von außen funktioniert und tier- und menschengerecht ist.

Auf Augenhöhe: Der respektvolle Umgang mit Lebewesen ist in Vorder Bollhagen eine Selbstverständlichkeit.

Auf Augenhöhe: Der respektvolle Umgang mit Lebewesen ist in Vorder Bollhagen eine Selbstverständlichkeit. Foto: Alexander Falken

Als Biohof ist das Gut Vorder Bollhagen ein Großbetrieb mit Ackerbau auf 450 Hektar und Grünlandbewirtschaftung auf 220 Hektar Fläche. Vom Ackerland ernten wir aus ökologischer Zucht hochwertiges Speisegetreide wie beispielsweise Dinkel, Weizen, Braugerste oder Schälhafer. Außerdem bauen wir Körnerleguminosen wie Erbsen und Lupinen und verschiedene Sorten von Speise- und Pflanzkartoffeln an.

Grundlage des Ackerbaus ist der Anbau von Kleegras als das wichtigste Glied in der fünfgliedrigen Fruchtfolge. Denn der Klee lebt, ebenso wie die Leguminosen, in Symbiose mit Rhizobien-Bakterien. Diese auch Knöllchenbakterien genannten Lebewesen wohnen an den Wurzeln der Pflanzen und produzieren den wichtigsten Pflanzennährstoff Stickstoff einfach aus der Luft. Den Kulturpflanzen steht der Stickstoff dann in organischer Form zur Verfügung.

Die Tierhaltung in Vorder Bollhagen umfasst eine Rinderherde von mehr als 200 Tieren, eine Schafherde mit 80 Muttertieren, eine Ziegenherde mit 30 Mutterziegen und 850 Legehennen in vier Mobilställen. In der Saison kommen noch etwa 1000 Masthühner, 180 Gänse und 200 Enten hinzu.

Von der Universität Rostock wurde das Gut Vorder Bollhagen nach einer Untersuchung 2010 als vielseitigster Betrieb im Landkreis Bad Doberan ausgezeichnet. Dennoch steht unser Betriebskonzept leider noch immer im krassen Gegensatz zur vorherrschenden Entwicklung, die aus unserer Sicht eine agrarindustrielle Verarmung der landwirtschaftlichen Kultur darstellt. Folgt man den Spuren unserer heutigen Lebensmittel, steht man weltweit meist vor endlosen Monokulturen und vor Ställen, in die man nicht mehr hineingelassen wird, da die Verantwortlichen den Blick auf die zu industriellen Massenprodukten degradierten Tiere verhindern möchten.

In Vorder Bollhagen bietet der ökologische Landbau dagegen Ansätze, die weitergehen als das eher subjektive Empfinden von „schmeckt besser und ist gesund“. Die besondere Qualität besteht in der gesamten Kette der nachhaltigen Nahrungsmittelerzeugung. Hier darf jeder zusehen und Verantwortung übernehmen.

Mehr Informationen zum Gut Vorder Bollhagen erhalten Sie hier. Alle in Vorder Bollhagen erzeugten Lebensmittel sind im Hofladen des Guts erhältlich. 

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